Bewerbungsschreiben erstellen

Aus Tipps, Tricks und Anleitungen
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Hinweis: Der Autor des Artikels ist kein ausgebildeter Fachmann zum Thema. Alle hier getroffenen Aussagen sind nach bestem Wissen sowie gegebenenfalls nach persönlicher Einschätzung des Autors getroffen. Dabei ist es leider nicht auszuschließen, dass einige Angaben veraltet, irreführend oder sonstwie fehlerhaft sind. Letztendlich liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen Lesers, die hier gemachten Angaben zu überprüfen und gegebenenfalls weitere Informationen einzuholen. Der Autor kann und will darum keine Garantie oder Haftung für Probleme oder Verluste, die trotz oder wegen der Befolgung der hier genannten Ratschläge eintreten, übernehmen. Jeder Leser hat natürlich die Möglichkeit, die folgenden Ratschläge nicht zu befolgen oder sie gar nicht erst zu lesen.


Wie verfasst man ein Bewerbungsschreiben?

Ein Bewerbungsschreiben ist Teil einer Bewerbungsmappe, die zusätzlich noch einen Lebenslauf sowie Zeugniskopien und eventuell weitere Dokumente enthält. Innerhalb dieser Bewerbungsmappe ist das Bewerbungsschreiben ein kurzes Anschreiben an den potentiellen Arbeitgeber, das diesen von den Vorteilen des Bewerbers überzeugen soll. Im folgenden wird beschrieben, worauf man beim Verfassen des Bewerbungsschreibens achten muss. Am Ende des Artikels ist ein Beispiel eines fiktiven Bewerbungsschreibens zu finden.

Inhalt

In diesem Abschnitt werden die einzelnen Bestandteile des Bewerbungsschreibens in der Reihenfolge genannt, wie man sie aufschreibt. Wenn nicht anders angegeben, erscheinen alle Angaben linksbündig, das heißt am linken Rand des Bewerbungsschreibens. Das Bewerbungsschreiben selber sollte in einer üblichen Schrift (zum Beispiel Times New Roman oder Courier) in der Größe 12 Punkt verfasst sein. An den Seitenrändern muss genügend Platz gelassen werden, damit der Empfänger das Blatt auf der linken Seite lochen kann, wenn er es will, und auf der rechten Seite muss Platz für kurze Bemerkungen sein, die der Empfänger eventuell dazuschreiben möchte. Diese Ränder sollten mindestens jeweils zwei Zentimeter betragen, wenn möglich gerne mehr.

Ein Bewerbungsschreiben sollte sich auf das allernötigste Beschränken und nicht mehr als eine DIN A4 Seite umfassen, denn es dient nur als Anrede. Man sollte bedenken, dass die Bewerbungsabteilungen großer Firmen teilweise hunderte oder tausende von Bewerbungen auf eine Stelle bekommen und es soll Personalverantwortliche geben, die zu lange Anschreiben gar nicht erst lesen bzw. als Aussortierungsgrund nehmen. Wichtig beim Bewerbungsschreiben ist die äußere Form. Die Seite sollte ein Layout besitzen, welches nicht zu gedrängt aussieht und auch nicht zu leer aussieht. Eine ganz wichtige Voraussetzung ist, dass das Anschreiben keine Rechtschreibfehler aufweist. Man sollte das Anschrieben also in jedem Fall von einer oder mehreren Personen auf Fehler kontrollieren lassen.

Briefkopf

Zu Beginn werden alle Daten, die zu dem Anschreiben gehören zusammengefasst dargestellt. Dies geschieht in einer festen Reihenfolge und jeder Teil des Briefkopfs hat eine feste Position, damit sie der Empfänger sofort finden kann.

  • Absender: Oben auf dem Bewerbungsschreiben nennt man seinen Namen und seine Adresse. Nach Möglichkeit auch seine Telefonnummer und Email-Adresse. Die Angabe des Absenders auf dem Bewerbungsschreiben ist wichtig, da es häufig so ist, dass das Sekretariat bereits vorher alle eingetroffenen Bewerbungen aufgemacht hat und der eigentliche Personalverantwortliche lediglich die Unterlagen der Bewerber zu sehen bekommt. Absenderangaben auf dem Briefumschlag reichen also nicht aus.
  • Empfänger: Üblicherweise gibt man unter dem Absender auch noch einmal Namen und Adresse (jedoch nicht Telefonnummer und Email-Adresse) des Empfängers an.
  • Datum und Ort: Das Datum und der Ort, an dem man das Schreiben verfasst hat - zum Beispiel: "Nürnberg, den 15. April 2011". Datum und Ort erscheinen rechtsbündig.
  • Betreff: Der Betreff gibt an, worum es eigentlich geht und entspricht so der Betreffzeile bei einer Email. Hier nennt man sein konkretes Anliegen - zum Beispiel: Bewerbung als Feinmechaniker (Ihre Anzeige AQ25637 in der Zeitschrift "Mechanik heute" von 17. März 2011).

Text

Der Text sollte flüssig geschrieben sein und in drei Absätze unterteilt sein. Der Text sollte als Blocksatz gesetzt werden. Da man unter Umständen Dutzende von Bewerbungen gleichzeitig schreibt, wird man oft keine Lust haben, sich bei jeder Bewerbung einen neuen Text auszudenken. Wer jedoch jeder Firma den gleichen Text verschickt, vergibt damit auch gleichzeitig die Chance, auf jede Firma gesondert einzugehen. Daher sollte man versuchen, jedes Bewerbungsschreiben individuell anzupassen, wobei man zur Zeitersparnis durchaus bestimmte Textteile immer wieder verwenden kann.

Anrede

Von seiner Form her ist ein Bewerbungsschreiben ein Brief vom Bewerber an den Personalverantwortlichen. Insofern gehören dazu auch die üblichen Briefformen wie Anrede und Verabschiedung. Die übliche Anrede, wenn man die genaue Person nicht kennt, die das Anschrieben liest, lautet "Sehr geehrte Damen und Herren, [...]", wonach man eine Leezeile läßt und dann weiter schreibt. Ein großer Pluspunkt kann es sein, wenn man den Namen des Empfängers kennt und persönlich anreden kann ("Sehr geehrter Herr Meyer, [...]".

1. Absatz

In diesem Absatz erwähnt man kurz, wie man auf die offene Stelle aufmerksam geworden ist und erklärt wieso man sich entschlossen hat, sich auf die Stelle zu bewerben. Der schwierige Teil dabei ist das Erklärung des Grunds für die Bewerbung. Hier sollte man bedenken, dass der Empfänger ja nicht daran interessiert ist, dem Bewerber einen Gefallen zu tun. Insofern verbieten sich Gründe wie "weil ich eine Arbeit suche", "weil ich Geld verdienen möchte" natürlich von selbst. Einige Bewerbungsleitfäden sehen sogar eine Formulierung wie "weil ich schon immer gerne mit Holz gearbeitet habe und das gerne in einer Ausbildung professionell erlernen möchte" kritisch, weil sie auch da sagen, es ginge nicht um ein Wunschkonzert für den Bewerber. Ich denke hingegen eine Formulierung in der genannten Art kann man durch aus machen, denn das Entscheidende des ersten Absatzes ist die Motivation des Bewerbers. In diesem Absatz versucht ein Personalchef, den "Grund" für die Bewerbung zu entnehmen aber zugleich auch die "Begeisterung" zu erkennen.

Manche Leitfäden raten auch, einen firmenbezogenen Grund im ersten Absatz zu nennen. Ich halte das jedoch nur für sinnvoll, wenn es einen solchen Grund wirklich gibt. Wenn man ehrlich ist wird ein Bewerber genauso gerne bei Versicherung A den Beruf eines Versicherungskaufmanns erlernen wie bei Versicherung B - Hauptsache man bekommt überhaupt irgendwo eine Stelle. Wie oben schon angedeutet, sollte man egoistische Gründe ("weil sie am dichtesten an meinem Wohnort sind", "weil sie am besten bezahlen", "weil sie die beste Ausbildung machen") auf jeden Fall vermeiden. Außerdem sollte man vermeiden, dem Empfänger unnötigerweise etwas über die Firma zu erzählen: "Sie sind ein großes Versandhaus mit internationalem Geschäft, da ich Außenhandelskaufmann werden will, bewerbe ich mich bei ihnen...". Der Empfänger weiß selbst, dass er ein großes Versandhaus ist und muss das nicht gesagt bekommen.

2. Absatz

In diesem Absatz beschreibt man kurz sich selbst und seine Qualitäten. Dieser Abschnitt dient dazu, deutlich zu machen, warum die Firma einen selbst und nicht einen der Hundert anderen Bewerber einstellen soll. Darum nennt man hier ohne falsche Bescheidenheit, aber auch ohne zu übertreiben oder gar anzugeben, seine besonderen Stärken. Dabei beschränkt man sich auf die Stärken, die für das konkrete Jobangebot am Wichtigsten sind - es geht nicht darum, alle Stärken zu nennen; am Besten beschränkt amn sich auf drei bis fünf Punkte. Nach Möglichkeit sollte man dabei auf die sogenannten "Soft Skills" eingehen, denn die harten Kenntnisse für die man Abschlüsse und Zeugnisse hat tauchen ja außerdem noch im beigefügten Lebenslauf auf. "Weiche Fähigkeiten" wie "zuhören können", "Teimgeist", "schnelle Auffassungsgabe" etc. kann man hingegen hier im Anschreiben erwähnen.

3. Absatz

Zunächst liefert man hier die Informationen, die der potentielle Arbeitgeber ausdrücklich erwünscht hat bzw. die nicht aus der Bewerbung hervorgehen. Dies sind insbesondere der mögliche Arbeitsbeginn ("könnte ich jederzeit beginnen", "stehe ich ab dem 15. Juni bereit") und die Frage nach dem Gehalt. Letztere spricht man üblicherweise ungerne an und sollte es nach Möglichkeit auch vermeiden, da man üblicherweise nicht aufgrund des Bewerbungsschreibens eingestellt wird, sondern meist erst mal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird. Wenn dieses erfolgreich verläuft und der Arbeitgeber einen Bewerber einstellen will, dann macht es Sinn über Geld zu reden. Ist jedoch eine "qualifizierten Bewerbung" gefordert oder steht in der Stellenanzeige explizit, dass man Gehaltsvorstellungen äußern soll, dann muss man dazu einen Satz verlieren. Dabei gibt man das Brutto (vor Steuern) - Jahresgehalt an, das man verdienen möchte. Man kann versuchen sich dabei Optionen offenzuhalten, indem man etwas vage formuliert, etwa in der Art: "Ich stelle mir dabei ein Gehalt von etwa 35.000 Euro vor".

Als Abschluß ist es wichtig, deutlich zu machen, was man nun vom Empfänger erwartet. Zudem sollte man ihm ein Angebot machen, Kontakt aufzunehmen. Eine übliche Formulierung lautet etwa "...würde ich mich freuen, wenn sie mich zu einem Bewerbungsgespräch einladen würden. Für eventuelle Fragen stehe ich ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung."

Grußformel

Man beendet das Bewerbungschreiben mit einer ferundlichen aber neutralen Grußformel (häufig: Mit freundlichen Grüßen,) und setzt darunter (eventuell auch daneben seine handschriftliche Unterschrift. Vermeiden sollte man eine Unterstreichungsline für die eigene Unterschrift oder gar seinen Namen in Klammern unter der Unterschrift noch einmal zu nennen. Denn von der eigentlich Form her ist das Bewerbungsschreiben ein Brief und kein Formular, das von einer Behörder verschickt wird.

Beispielbewerbung

Das folgende Beispiel eines Bewerbungsschreibens ist rein fiktiv. Insbesondere ist es nur ein Vorschlag unter vielen möglichen Varianten und nicht der einzige richtige Weg, eine Bewerbung zu verfassen. Jeder Personalchef hat zudem andere Maßstäbe. Das folgende Beispiel ist nicht optimal gelayoutet, weil die Layoutmöglichkeiten auf dieser Webseite etwas eingeschränkter sind als bei einem Textverarbeitungsprogramm. Ein richtiges Bewerbungsschreiben müsste natürlich trotzdem korrekt angeordnet sein.

 Bernd Bewerber
 Beispielgasse 8
 77777 Beispielhausen
 0999 / 123 456 78 

Meyer & Sohn Tischlermeister Handwerkerweg 12 88888 Tischlerdorf


Beispielhausen, den 10. Januar 2011


Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Bau- und Möbeltischler



Sehr geehrter Herr Meyer,

von einem Bekannten habe ich gehört, dass Sie in Ihrer Firma zum Bau- und Möbeltischler ausbilden.
Da ich mich seit meiner Kindheit für das Baugewerbe interessiere und insbesondere von der Arbeit mit
dem Werkstoff Holz begeistert bin, möchte ich mich um eine Ausbildung bei ihrer Firma bewerben.

Derzeit besuche ich die zehnte Klasse der Beispiel-Realschule und werde dort im Sommer meinen
Realschulabschluss machen. Meine ersten Erfahrungen mit Baumaterialien konnte ich schon als Kind
im Baustoffhandel meines Vaters machen. Dort hatte ich auch die Möglichkeit, erste eigene Arbeiten
mit Holz zu erstellen. In der Werken AG der Schule konnte ich zudem einige Grundkenntnisse bei der
Arbeit mit Werkstattmaschinen erwerben. Die Erfahrungen möchte ich nun gerne in einer Ausbildung vertiefen.

Ich könnte eine Ausbildung nach meinem Schulabschluss am 18. Juni 2011 sofort oder auch zu einem
etwas späteren Zeitpunkt beginnen. Falls sie sich vorstellen können, mir einen solchen
Ausbildungsplatz anzubieten, würde ich mich freuen, wenn sie mich zu einem Gespräch einladen würden.
Natürlich stehe ich auch sonst jederzeit gerne für Fragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

<Hier steht dann die Unterschrift>