Datenschutz beim Umgang mit Facebook

Aus Tipps, Tricks und Anleitungen
Version vom 11. November 2015, 16:34 Uhr von Edit (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) →Nächstältere Version | Aktuelle Version ansehen (Unterschied) | Nächstjüngere Version← (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Amazon-Werbung
Hinweis: Der Autor des Artikels ist kein ausgebildeter Fachmann zum Thema. Alle hier getroffenen Aussagen sind nach bestem Wissen sowie gegebenenfalls nach persönlicher Einschätzung des Autors getroffen. Dabei ist es leider nicht auszuschließen, dass einige Angaben veraltet, irreführend oder sonstwie fehlerhaft sind. Letztendlich liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen Lesers, die hier gemachten Angaben zu überprüfen und gegebenenfalls weitere Informationen einzuholen. Der Autor kann und will darum keine Garantie oder Haftung für Probleme oder Verluste, die trotz oder wegen der Befolgung der hier genannten Ratschläge eintreten, übernehmen. Jeder Leser hat natürlich die Möglichkeit, die folgenden Ratschläge nicht zu befolgen oder sie gar nicht erst zu lesen.


Welche Dinge muss ich beachten, um meine Privatsphäre beim Umgang mit Facebook zu schützen?

Dieser Artikel soll darauf aufmerksam machen, an welcher Stelle Daten in unbefugte Hände gelangen können. Allerdings ändert Facebook seine Funktionalität und auch seine Nutzungsbedingungen von Zeit zu Zeit, so dass man regelmäßig ein Auge auf entsprechende Meldungen und auf die Einstellungen in seinem Facebook-Profil haben sollte. Während es in diesem Beitrag erst mal um eine Beschreibung möglicher Probleme geht, werden dann in einem weiteren Artikel werden die Möglichkeiten aufgelistet, welche Einstellungen Facebook bereitstellt, mit denen man ungewollten Datenfluss unterbinden kann.


Einleitung

Das soziale Netzwerk Facebook hat zumeist ein Interesse daran, die Privatsphäre seiner Nutzer möglichst wenig geheimzuhalten, denn alle Inhalte, die seine Nutzer öffentlich produzieren, können dann von anderen Internetnutzern gefunden werden, was die Seitenaufrufe und die Bedeutung von Facebook am Ende steigert. Auch die Nutzer haben in gewissen Grenzen, ein Interesse daran, dass ihre Daten von anderen gefunden werden, denn wenn alle Daten für jeden anderen geheim wären, bräuchte man sie ja letztlich gar nicht erst ins Netz zu stellen. Viele Nutzer verbreiten aus Unwissenheit oder aus Faulheit allerdings ihre Daten sehr freigiebig. Dies kann sehr schnell zu einem Problem werden, wenn sich zum Beispiel potentielle Arbeitgeber oder ungeliebte Exfreunde über die Daten hermachen. Selbst belanglos erscheinende Daten können in der Hand böswilliger Menschen sehr effektiv zu weiteren Nachforschungen verwendet werden.

Datensparsamkeit

Ein einfaches Mittel, um seine Privatsphäre zu wahren, ist die Datensparsamkeit, denn Daten die man nicht angibt, können auf diesem Weg auch nicht in falsche Hände gelangen. Andererseits geht es natürlich bei einem sozialen Netzwerk darum, etwas von sich preiszugeben und bei den meisten Daten kann man festlegen, welcher Nutzerkreis auf die Daten zugreifen kann. Letztlich bleibt bei dieser Einschränkungsmöglichkeit jedoch immer das Restrisiko, das diese Daten durch Unachtsamkeit oder durch Änderungen der Facebook-Geschäftsbedingungen doch in falsche Hände geraten. Letztlich sollte man bei jeder Angabe selbst entscheiden, ob man diese Information preisgeben möchte oder nicht. Auf jeden Fall sollte man außerdem für seinen Facebookaccount ein sicheres Passwort wählen, damit andere nicht Zugriff auf den kompletten Account und damit nicht nur Zugriff auf alle Daten, sondern sogar auf alle Funktionen des Accounts kommen.

Email-Adresse

Die Email-Adresse ist eine Angabe, die zwingend vorgeschrieben ist. Tatsächlich macht die Angabe der Email-Adresse Sinn, da Facebook einen automatisch per Email über bestimmte Ereignisse wie etwa neue Freundschaftsanfragen unterrichten kann, so dass man nichts Wesentliches verpasst, auch wenn man sich nicht regelmäßig bei seinem Facebookaccount einloggen will.

Wer tatsächlich noch keine Email-Adresse hat oder wer seine Lieblingsemail-Adresse nicht für Facebook benutzen will: Eine email-Adresse kann man jederzeit bei einem der kostenlosen Emailprovider wie zum Beispiel http://www.gmx.de, http://www.web.de oder http://www.freenet.de und vielen weiteren erhalten. Mit einem Mail-Programm wie etwa dem kostenlosen Thunderbird kann man Emails auch zentral abrufen ohne jeden vorhandenen Email-Account einzeln abzurufen.

Einige Emailanbieter geben möglicherweise die Empfängeradresse (nicht die Absenderadresse oder den Mailinhalt) von geschriebenen Emails an Facebook weiter, damit Facebook diese Adresse mit seinem Nutzerdaten vergleichen kann. Der Absender der Email erhält dann gegebenenfalls einen Hinweis, auf das öffentliche Facebook-Profil des Empfängers, sofern dieser das in seinen Einstellungen nicht untersagt hat. Angeblich gehören GMX und Web.de zu den Emailanbietern, die auf diese Weise mit Facebook kooperieren.

Namen

Der Name ist eine Angabe, die zwingend vorgeschrieben ist. Dabei kann der gleiche Name durchaus von verschiedenen Personen benutzt werden, die alle den gleichen Facebook-Namen verwenden. Wer also "Peter Müller" heißt, darf sich auch unter diesem Namen anmelden, selbst wenn es bereits viele andere Nutzer gleichen Namens gibt. Man sollte dann jedoch damit rechnen, dass einige Bekannte, die noch nicht zu den Facebookfreunden gehören, versuchen, versehentlich mit einem falschen Peter Müller Kontakt aufzunehmen oder dass man selbst Nachrichten von den Bekannten eines anderen Peter Müller erhält.

Facebook möchte eigentlich, dass man seinen wirklichen Namen verwendet, aber prüft das derzeit nicht bei der Anmeldung. Es soll in Einzelfällen jedoch vorgekommen sein, dass Accounts mit einem falschen Namen gesperrt worden ist, nachdem Facebook dies bekannt geworden ist. In der Praxis sollte man jedoch auch mit einem falschen Namen auf der sicheren Seite sein, da es sehr viele Accounts mit offensichtlichen Spitznamen oder gar Accounts von Firmen gibt. Allerdings sollte man vorsichtig sein mit anstößigen Namen, die von Facebook besonders ungerne gesehen werden. Übel natürlich, wenn man tatsächlich "Franz Fick" heißen sollte. Wer jedoch nicht seinen eigenen Namen verwendet, wird in den meisten Fällen jedoch auch nicht von den Nutzern erkannt, von denen man vielleicht eigentlich erkannt werden will. Dies könnten unter Umständen zum Beispiel auch alte Schulfreunde sein, die einen aufgrund des Namens finden und Kontakt aufnehmen.

Geschlecht

Auch dieses gehört zu den Pflichtangaben. Sofern man seinen richtigen Namen verwendet, ergibt sich das Geschlecht zumeist ohnehin aus dem Namen, so dass man es dann ruhig auch korrekt angeben kann.

Profilfoto

Das Hochladen eines Profilfotos geschieht auf freiwilliger Basis. Viele Nutzer sehen ein solches Foto als wichtiges gestalterisches Element, zumal bei Nutzern ohne Profilfoto nur ein eher häßliches Schattenbild erscheint. Ein Profilfoto kann darüber hinaus auch weiteren Nutzen haben. Zum einen werden dadurch auch Accounts mit dem gleichen Namen unterscheidbar (siehe "Namen") und bei Beiträgen kann man einen Nutzer häufig rascher an seinem Bild als an seinem Namen erkennen.

Selbstverständlich darf man nur Bilder als Profilfoto verwenden, an denen man die Rechte hat. Bilder von bekannten Comicfiguren sind zwar weit verbreitet, könnten jedoch prinzipiell vom Rechteinhaber abgemahnt werden. In der Praxis ist dies zur Zeit durch bekannte Firmen eher nicht zu erwarten, dass sie ihr Recht derart kleinlich einfordern, weil ihr tatsächlicher Schaden relativ gering ist und ihr Rufverlust durch eine solche Aktion sehr groß sein könnte. Bei einem Foto, das ein anderer Fotograf von einem erstellt hat, könnte es im Einzelfall auch in der Praxis zu rechtlichen Problemen kommen, da auch der Fotograf ein Recht an dem von ihm gemachten Bild besitzt und im Zweifelsfall eher bereit ist, dieses einzufordern.

Wer ein Foto von sich selber hochlädt, sollte sich außerdem bewußt sein, dass eine automatisierte Gesichtserkennung in naher Zukunft weit verbreitet sein wird. Selbst, wenn man seinen Namen verschleiert, kann man also über sein Foto trotzdem identifiziert werden, falls der Suchende ein anderes Vergleichsfoto besitzt. In Grundzügen ist eine solche Gesichtserkennung in Facebook bereits integriert worden und dient dazu Freunde auf Fotos zu identifizieren, die man selber hochlädt.

Adressdaten

Viele Nutzer verzichten auf die Angabe der Adressdaten oder geben nicht mehr als die Stadt an, in der man wohnt. Letztlich erscheint das als vernünftiges Vorgehen für Privatleute, denn die meisten Bekannten kennen die Adresse ohnehin, wenn sie sie überhaupt haben sollen. Und falls das im Einzelfall mal anders sein sollte, kann man immer noch eine Nachricht schicken, statt die Adresse dauerhaft zu speichern.

Beziehungsstatus und Vorlieben

Sind eher recht private Daten, die viele Nutzer nicht bekannt geben. Hier muss man selber entscheiden, ob man diese allen Freunden oder gar der ganzen Welt mitteilen will.

Die Daten der anderen

Facebook erlaubt es Nutzern, Daten von anderen Nutzern zu verraten. Auf diese Weise können rasch Informationen in die Welt gesetzt werden, die man selber gar nicht preisgegeben hat. In der Regel ist das eher unangenehm, insbesondere wenn es völlig ungefragt geschieht. Daher sollte man selber im Gegenzug darauf achten, nicht ungefragt Informationen über andere zu verbreiten, weil es leicht passieren kann, dass diese dann zu Recht ärgerlich reagieren.

Freundefinder

Der Freundesfinder durchsucht das Adressbuch des eigenen Emailaccounts. Dies geschieht nicht automatisch, sondern dazu muss man den Freundefinder gezielt aufrufen und ihm außerdem sein Emailpasswort anvertrauen. Selbst, wenn man sich dafür entscheidet sollte man überlegen, direkt danach sein Emailpasswort zu ändern.

Der Nutzen des Freundefinders besteht darin, dass alle gefundenen Email-Adressen mit den Email-Adressen der anderen Nutzer abgeglichen werden. Wenn dabei ein Treffer erzielt wird, wird man diese Leute als potentielle Freunde angezeigt bekommen, die man auf Wunsch dann einzeln kontaktieren kann. Dadurch wird man so manchen Bekannten finden können, von dem man gar nicht wusste, dass er bei Facebook ist.

Die Nachteile sind allerdings groß, denn Facebook speichert die Verknüpfung der eigenen Email-Adresse mit den im Addressbuch gefundenen Adressen dauerhaft. So kann es zum Beispiel passieren, dass ein komplett neuer Nutzer sogleich zahlreiche (meist sehr passende) Vorschläge für eventuelle Bekannte bekommt, nämlich alle die, in deren Adressbuch er gewesen ist, als diese den Freundesfinder genutzt haben. Das gleiche gilt auch für bestehende Nutzer.

Die Leute, die so im Adressbuch benutzt wurden, merken also, wenn jemand den Freundefinder benutzt (wenn sie mit demjenigen befreundet sind, nennt der Freundefinder ohnehin Freunde, die den Finder angeblich benutzt haben). Spätestens, wenn mir "Klaus Meyer", mit dem ich seit 10 Jahren keinerlei Berührpunkt mehr habe, aber der damals meine Emailadresse hatte, mir plötzlich als Freund empfohlen wird, ist mir klar, dass dieser den Freundefinder verwendet hat. Und auch für Klaus Meyer kann die Sache unangenehm werden, wenn er nämlich gar nicht will, dass ich auf ihn aufmerksam werde und er nur vergessen hat, dass ich noch bei ihm Emailadressbuch stehe. Spätestens wenn Ex-Geliebte, Kunden oder Vorgesetzte, die sich im Adressbuch befinden, als potentielle Facebookfreunde gehandelt werden, merkt man, dass man einen Fehler gemacht hat.

Taggen

Es besteht die Möglichkeit, eigene Berichte oder beliebige Fotos mit dem Namen und Account eines Beteiligten zu markieren. Diese sind dann mit dem Foto und dem Bericht verknüpft, was heißt, dass andere leichter von dem Bericht oder Foto auf die beteiligten Personen schließen können, aber auch von der Person auf den Bericht oder das Foto. Wenn man einen also ein Facebook-Freund halbnackt auf einem Foto vom letzten Kumpel-Saufgelage taggt, ist es für den Chef oder die Ehefrau ein Kinderspiel, dieses Foto dann auch zu finden. In den Standard Privatshäre-Einstellung erscheint auf der eigenen Facebookseite sogar ein Hinweis darüber, dass man gerade getaggt wurde.

I like Spuren hinterlassen

Facebook bietet externen Seitenbetreibern die Möglichkeit an, ihre Webseiten oder einzelne Produkte mit einem "I like"-Button zu versehen. Besucher können diesen Button anklicken, um auf ihrer Facebook-Seite andere darauf hinzuweisen, dass sie etwas mögen und es so anderen zu empfehlen. Wenn sie auf Facebook eingeloggt sind, erscheint der Hinweis dann ohne weiteres Zutun, wenn nicht, erscheint ein Fenster über das man sich zuerst einloggen muss.

Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass der auf einer anderen Webseite eingebaute "I like"-Button die IP-Adresse des Besuchers an Facebook übermittelt. Dies gilt für alle Besucher, egal ob sie bei Facebook sind oder nicht. Dies läßt sich nur mit einem der mittlerweile für alle Browser vorhandenen Browserplugins wie zum Beispiel http://www.schieb.de/710652/facebook-button-blocker unterdrücken.

Wer jedoch zusätzlich gerade auf seinem Facebookaccount (mit der gleichen IP-Adresse) eingeloggt ist, liefert Facebook nicht nur die IP-Adresse, sondern indirekt auch den dazugehörigen Facebook-Account. Somit weiß Facebook, auf welchen Seiten sich ein Accountbesitzer umgesehen hat. Wer das nicht will, sollte zumindest darauf achten, sich immer aus Facebook abzumelden, bevor er andere Webseiten besucht. Doch selbst dann besteht die Gefahr, dass Facebook weiterhin anhand der IP-Adresse von der gerade erst beendeten Sitzung die Zuordnung vornehmen kann. Sehr vorsichtige Naturen führen daher nach dem Abmelden einen Neustart des Internetmodems durch, um so eine neue IP-Adresse vom Internetprovider zu erhalten. Doch selbst das ist unter Umständen nicht ausreichend, da Facebook für eine solche nachträgliche Identifizierung zudem zusätzlich Cookies zu verwenden scheint.

Natürlich erhält Facebook diese Informationen nur von Webseiten, die auch den "I like"-Button verwenden. Dieser gilt deshalb als datenschutzrechtlich problematisch und kann gegebenfalls zu rechtlichen Problemen für den Webseitenbetreiber führen. Da solche rechtlichen Folgen jedoch bislang in der Praxis kaum eingetreten sind und der "I Like"-Button dafür unter Umständen neue Besucher durch Empfehlungen bringt, nutzen ihn viele Webseiten trotz der rechtlichen Fragwürdigkeit.

Verwandte Artikel